Sonntag, 3. Januar 2010

Musik Afro-Peruano

26 Dezember 2009, La Victoria, Callejón del Buque - Wir sind in La Victoria einen Außenbezirk von Lima, nicht die allerschönste Gegend. Müll liegt herum, kein grüner Baum ist zu sehen, alles noch grauer als es eh schon ist in Lima. Immer wieder bin ich überrascht über diese anderen Welten in Lima. Hier gibt es noch die typischen Häuser - Callejons (Sackgasse), dass sind schmale Gänge von denen links und rechts kleine Häuschen abgehen. Als wir angekommen hören wir bereits das trommeln des Cajón.

In einem nicht mehr als 10m² großen Raum sitzen einige Musiker und spielen sich zwischen der für den Raum riesigen Musikanlage und einer Weihnachtskrippe warm. Plötzlich ertönt auch die Stimme einer Sängerin die klassischen peruanischen Festejo, Marinera oder Lando singt. Ein weiterer Percussionist tritt ein schnappt sich die Quijara de burro (Eselkiefer) und entlock dem Kiefer mit einem Stück Plastik das er über die Zähne hin und her gleiten lässt seine rhytmischen rattertöne. Ein weiterer spielt nun auf einem zweiten Cajon. Der Raum erhitzt sich schnell mit der ganzen Energie, die Musiker fangen an zu schwitzen. Sie spielen sich die Rhythmen gegenseitig zu, ergänzen sich, tauschen ihre Musikinstrumente, immer schneller wird der Rhythmus und plötzlich schmettert der Herr neben mir, der eigentlich ganz unscheinbar aussieht, die peruanischen Lieder mit einer eifrigen Stimme und einem Enthusiasmus der wiederum die Musiker anfeuert und auch die Menschen die sich hier in diesem kleinen Raum drängen. Aufgeheizt wird das Ganze natürlich auch durch den Pisco der immer weiter herumgereicht wird. Kaum ist ein Lied zu Ende, fängt das nächste an, es gibt kein halten mehr, es wird getrommelt, gesungen und gelacht.
Der Ursprung dieser Musik kommt aus der Zeit der Sklavenarbeit. Es ist Musik die die Sklaven früher auf den Baumwollplantagen gespielt haben. Für einen kurzen Moment verstehe ich, was diese Musik für Menschen in der Sklaverei bedeutet haben muß, welche Energie sie ihnen gegeben hat die ungerechten Machtverhältnisse und körperlichen Qualen zu ertragen.

Guitarre, Cajon und Sängerin


Percussionist mit Quijara de burro

Und dann fällt mir noch das Lied „Handgemacht“ von Reinhard Mey ein, welches zwar mit dem Rhythmus nichts gemein hat, aber mit der Art zu spielen schon:

Da lob‘ ich mir ein Stück Musik von Hand gemacht,
Noch von einem richt‘gen Menschen mit dem Kopf erdacht,
‘ne Gitarre, die nur so wie ‘ne Gitarre klingt,
Und ‘ne Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt.
Halt ein Stück Musik aus Fleisch und Blut,
Meinetwegen auch mal mit ‘nem kleinen Fehler, das tut gut,
Das geht los und funktioniert immer und überall,
Auch am Ende der Welt, bei Nacht und Stromausfall.

Das anschließende Konzert Jazz Afro-Peruaner zu dem wir eigentlich gekommen sind war ebenso hervorragend – nur diese unglaubliche Energie des kleinen Raumes war einmalig eindrucksvoll.

Kommentare:

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